Die Fuechse in Namibia

Füchse in Afrika. Ein kleiner Reisebericht.


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1. Tag, 21.06.09

Zu behaupten, dass ich nicht aufgeregt gewesen wäre, wäre eine Lüge gewesen. Speedy holt mich ab
und die Reise geht los. Der erste Teil verläuft problemlos, wir sind kurz nach 16 Uhr am Schalter in Tegel,
der schon offen hat. Der planmäßige Verlauf endet abrupt, als die Dame von Air Berlin die Bestätigung des
Rückfluges oder ein Visum benötigt, um uns einzuchecken. Der Leser ahnt bereits: wir haben beides nicht.
Natürlich hatte ich die eMail mit der Buchungsbestätigung nicht ausgedruckt in der, wie sich nun
herausstellte, irrigen Annahme, dass Air Berlin weiß, dass wir auch einen Rückflug bei ihnen gebucht haben.
Speedy ist etwas blass, ich wütend Also Notebook ausgepackt, husch ins Internet und mit dem Notebook an
den Schalter.
Funktioniert. In München treffen wir auf Reinhard und haben noch Zeit für einen Kaffee und einen Imbiss. Im
Flieger ist es eng aber nicht voll. Der Pilot sagt eine pünktliche Landung nach etwa 9 einhalb Stunden Flug
und Turbulenzen vor und nach dem Äquator voraus. Eine Art Äquatortaufe? Draußen gibt es auf diesem Nachtflug
nichts zu sehen und auch das Unterhaltungsprogramm ist nicht verlockend. Also Rotwein. Der Flug vergeht
schneller als gedacht und als die Dämmerung den Horizont zu erhellen beginnt, setzen wir zur Landung an. 

Namibia empfängt uns mit dem ersten Licht des Tages, es färbt den Horizont orange und blau. Die
Einreisebeamten, übrigens ausschließlich Frauen, sind sehr gründlich, es dauert ewig. Schließlich lässt man
uns für 60 Tage ins Land. Unsere Koffer sind da, der Zoll ist an uns nicht interessiert. Um 6:30 sind wir
„richtig“ im Land und unser Fahrer erwartet uns. Schnell noch einen Stapel Namibische Dollar geholt und
unsere beiden Mitreisenden aus Österreich begrüßt und los geht die Fahrt. Sie führt zunächst über asphaltierte
Strasse Richtung Süden. Die Landschaft erinnert mich an die Finnmark in der staubigen Version, endlose Steppe
mit kniehohem, gelbem Gras, ein paar Sträuchern und noch weniger Bäumen, soweit das Auge reicht. Wir
begegnen einer Oryx- Antilope, ein mächtiges Tier mit langen, geraden, spitzen Hörnern und einer Gruppe
Pavianen die erstaunlicherweise keinen roten Hintern haben.

Bald verlassen wir die Asphaltpiste und fahren auf einer Schotterstrasse weiter. Der Fahrer beweist, dass man
auch auf der schnell fahren kann. Der Himmel ist unanständig blau, es gibt wenig Zeichen von Zivilisation, hin
und wieder ein Windrad und vor allem: Zäune. Wir werden später noch erfahren warum.







Nach beinahe zwei Stunden Fahrt durch die Kalahari, bei der uns 1 (in Worten: ein) Auto begegnet war,
kommen wir auf Tivoli an und werden von Farmer Reinhold herzlich begrüßt. Er ist sehr nett, Herr über
136 Quadratkilometer Land, 4300 Schafe und ein paar Kühe.

Wir beziehen unser Quartier, Speedy und ich ein nagelneues Häuschen in dem der deutsche Urlauber
nichts vermisst, Reinhard ein ebenso schönes, etwas älteres. Schließlich ist Reinhard ja auch schon
etwas älter. Beim Astrofrühstück um 11 lernen wir die anderen Gäste der Farm kennen, eine Familie
aus Italien und drei Astronomen aus Moskau, nicht zu vergessen Achim aus Chemnitz. Es gibt frisch
gepressten Orangensaft von Bäumen, die direkt nebenan wachsen. Andere hängen  voller Zitronen und
Kumquats hängen.





Nach dem Frühstück richten wir uns in unserer Sternwarte ein, die Käthe Schäfer heißt, und bestück
t ist mit einem Starfire130, einem C11 und Leitrohr auf einer AP GTO 1200 mit 70kg Tragkraft. Käthe
wohnt auf 18°01´04“ Ost, 23°27´60“ Süd, 1400m üNN. Wir können die Dunkelheit kaum erwarten.
Der weitere Tag vergeht in Vorbereitungen und Ungeduld.




Während des üppigen Abendessens aus gegrilltem Lamm geht die Sonne unter. Die Dämmerung
ist kurz, den Horizont ziert ein Streifen von gleichmäßigem orange, da es keine Luftverschmutzung
gibt, verläuft die Färbung parallel zum Horizont. Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich den
Erdschatten am Himmel, ein beeindruckender Anblick. Doch nichts hat uns auf den Anblick
vorbereitet, der sich uns auf dem Weg vom Abendessen zur Sternwarte bot. Sterne von Horizont
zu Horizont, ihr Licht scheint die Nacht zu beleuchten, die Milchstrasse, hell, strukturiert, detailreich,
Löwe und die ein Teil von Ursa Major auf dem Kopf, das Kreuz des Südens, beide Magellanschen
Wolken, Zodiakallicht bis in den Zenit… Ich habe schon viele Leute diesen Himmel beschreiben
hören aber der Anblick haut mich um und lässt mich verstummen.
Während ich mich mit dem Fernglas aufmache, bereiten Speedy und Reinhard die Kameras vor
und halten auf M16, M17, Trifid, M11, Omega Centauri (läuft M13 locker den Rang ab) und die kleine
Magellansche Wolke
Etwas angeschlagen von der Anreise und überwältigt machen wir gegen 3 Uhr Schluss.



Dienstag, 23.6.09

Wir sind gegen 7 Uhr wach, es regnet in Strömen. Nein. Strahlend blauer Himmel empfängt uns,
in der Sonne ist es angenehm warm, drinnen empfiehlt sich ein Fleece- Pullover. Die Zeit bis zum
Frühstück vergeht mit dem Sichten der Bilder der ersten Nacht. Wir stellen fest, dass die Montierung
doch nicht ganz so gut läuft wie gedacht. Dennoch sind wir nicht unzufrieden. Nach dem Frühstück
ist Erholung angesagt, die Zeit vergeht beim dösen, Sonnenbaden und lesen. Vorfreude auf die Nacht.
Am Nachmittag unternehmen Speedy und ich eine Wanderung zu einem Hochsitz an einem Wasserloch
in der Nähe (45 Minuten entfernt). Bis auf eine Oryx- Antilope die flüchtet, als sie uns sieht sind nur
Vögel, Schafe ein paar junge Bullen und Springböcke in der Ferne sichtbar. Oft bleiben wir stehen,
schließen die Augen und alles was wir hören ist Stille. Untermalt vom rascheln des trockenen Grases,
das der Wind bewegt. Auch das habe ich noch nicht erlebt und diese Erfahrung gehört zu den schönsten
Erlebnissen auf dieser Reise.
Nach dem Abendessen mit wunderschönem Sonnenuntergang Vorbereitung auf die Nacht. Wir alle sind
froh, dicke Klamotten mitgenommen zu haben, es wird nachts empfindlich kalt. Als es dunkel wird stellen
wir fest, dass die Milchstrasse weniger kontrastreich zu sein scheint als in der Nacht zuvor. Oder
haben wir uns inzwischen an den Anblick „gewöhnt“? Die Zweite Nacht ist geprägt von Fotos der
Sombrero- Galaxy M104, Omeganebel M17, Trifidnebel M20, Lagunennebel M8 und Eta Carinae.
Speedy gelingen einige wunderschöne, nicht nachgeführte Fotos der Milchstrasse mit Palmen.
Der Katzenpfotennebel NGC6334 stellt ein weiteres Highlight dieser Nacht dar. Doch immer wieder
schnappt sich einer von uns ein Fernglas und verschwindet in der Nacht.
In dieser Nacht schließt sich das Dach von Käthe um 2:30 Uhr.






Mittwoch, 24.06.09

Unser Tag beginnt um halb 9, wir treffen uns zu einem ersten Kaffee in unserer Lodge. Wir sehen
die Bilder durch und sind ein wenig ernüchtert. Da müssen wir wohl noch mal ran. Der Tag vergeht
in Müßiggang und interessanten Gesprächen mit Reinhold und den anderen Gästen. Reinhold
gewährt uns Einblicke in die Schafzucht auf seiner Farm. Er braucht 12 ha Land um eine Kuh satt zu
kriegen, das Gras ist nur wenige Wochen grün. Das Land ist durch kilometerlange Zäune in unzählige
Parzellen unterteilt, nachdem die Schafe 2 Wochen auf einer waren, kommen sie auf die nächste.
Die alte muss sich dann ein paar Monate erholen. Deshalb all die Zäune. Wir lernen Ansgar kennen,
promovierter Astronom, dem es zurzeit viel besser gefällt, auf Reinholds Farm Schafe zu treiben und
Zäune zu reparieren. Ein Mensch, der von innen strahlt. Für den Abend mieten wir den 20“ Obsession.
Nachdem, erneut, ausgezeichneten Abendessen verfügen sich Reinhard und Speedy in die
Sternwarte, ich nehme den Dobson. Wir beide verstehen uns auf Anhieb prächtig. Leider fehlt ein
Telrad, die Suche gestaltet sich etwas mühsam aber extrem lohnenswert. Der Hammer ist Omega
Centauri, NGC5139, den muss ich auch nicht suchen, er springt immer wieder von allein ins Gesichtsfeld.
Bisher hielt ich M13 für den schönsten Sternhaufen. Nicht nur einmal zweifle ich in dieser Nacht, ob
es nicht besser gewesen wäre, mindestens einen 18“ Obsession zu kaufen. Ich denke auch daran,
zu hause alles zu verscheuern und von der Kohle jedes Jahr eine Woche Tante Käthe in der Kalahari
zu besuchen.
Wir warten den Venusaufgang ab. Es gibt keinen Dunst am Horizont, so dass Venus erscheint, als
hätte jemand einen Scheinwerfer angeknipst. Als sie etwas höher steht strahlt sie wie eine Wunderkerze.
Durchgefroren verschwinden wir gegen halb 6 im Bett.

Donnerstag, 25.06.09

Reinhard ist schon zeitig auf und verfolgt sowohl Sonnenaufgang als auch den Start der anderen
Farmgäste zur Flugrundreise. Speedy und ich erleben beides nicht. Wir machen diesen Auftrag am
Freitag und müssen früh raus. Wir vergammeln den Tag, streichen durch die Gegend, genießen
die Sonne, machen und bearbeiten Fotos und lachen viel. Für die Nacht hat Reinhard sich ein
Milchstraßenpanorama vorgenommen, Speedy ist mit 20“ Oberweite verabredet. Ich schleiche
mit Stativ und Kamera mal hierhin, mal dorthin. Inzwischen gibt es Mond. Die Sichel liegt auf
dem Rücken wie ein Boot, ein ungewohnter und wunderschöner Anblick. Die Beobachtung stört
er vor seinem Untergang gegen 21:00 Uhr kaum.





Freitag, 26.06.09

Der Wecker klingelt um 6, gerade rechtzeitig um den Sonnenaufgang zu erleben, der die
Steppe in goldenes Licht taucht. Unser Pilot Gunther landet pünktlich um uns abzuholen.
Wir sind 4 Passagiere, wenn man den Picknickkorb nicht mitzählt, Thomas aus Wien
ergänzt unser Trio. Nach unserer Rückkehr werden wir berichten, dass wir eben schnell
nach Swakopmund fliegen mussten um Diamanten zu kaufen. Es ist gemütlich in der
Chessna aber sehr kalt. Jeder hat einen Fensterplatz, Reinhard zwei. Zuerst geht es
über die Kalahari, was den aufmerksamen Leser nicht wundern wird, liegt die Farm doch
mitten drin. Rote Dünen, alle in Nord- Süd- Richtung ausgerichtet durchziehen das Land,
so dass das Land, was es gestreift aussehen lässt.






Alle 20 Flugminuten, so unser Pilot, wird sich auf unserem Flug die Landschaft ändern.
Und er hat recht. Das Gras verschwindet und weicht einer sandigen Steppe, hin
und wieder durchzogen von grün gesäumten, trockenen Flussbetten. Ganz selten von
einer schnurgeraden Strasse, die von Horizont zu Horizont reicht. Wir fliegen zunächst
nach Südwesten in Richtung Sossusvlei. Auf dem Weg dahin müssen wir durch die
Stelle, wo Naukluft und Nubib- Gebirge sich treffen. Diese Stück Flug ist definitiv
nichts für schwache Mägen, obwohl der Pilot zu versichern weiß, das dies eher
harmlos gewesen wäre. Wir erreichen die ersten Ausläufer der Namib- Wüste. Erste
rote Dünen die sich in eine gelbliche Sandebene strecken, ein wahnsinniger Kontrast.
Der Spiegel der Kamera klackt ununterbrochen. Am Ende des Tages werde ich mehr
als 800 Bilder gemacht haben, von denen, wie ich zugeben muss, die meisten gelöscht
werden können. Der Überflug der Namib- Wüste in Richtung Atlantik- Küste dauert etwa
40 Minuten. Das Spiel von Licht, Schatten, Farben und Formen ist schlicht unbeschreiblich.
Dieser Anblick ist einer von denen, die ich nie vergessen werde solange ich lebe.
Die Dünen werden bis zu 320 m hoch. Der Sand enthält Eisenoxyd, das den Sand rot färbt,
je näher man an die Küste kommt, desto blasser wird der Sand. Hin und wieder schimmert
Granat in typischem Rot oder schneeweißes Salz in rosafarbenem Sand. Wir überfliegen
den Sossusvlei, eine Salz- Ton- Pfanne, die nur sehr selten bei viel Regen zu einem wenige
Zentimeter tiefen See wird. Ich sitze leider auf der falschen Seite.





Wir erreichen den Atlantik und folgen der Küste Richtung Norden. Wir überfliegen
zwei 1909 und 1976 gestrandete Schiffe, eine verlassene Siedlung deutscher
Diamantsucher sowie etliche Pelzrobbenkolonien. Wir erreichen Swakopmund, eine
Stadt mit 30.000 Einwohnern. In einem Land, doppelt so groß wie Deutschland und
so viel Einwohnern wie München, eine große Stadt. Unseren Picknickkorb führen wir
direkt am Strand seiner Bestimmung zu, Gunther kümmert sich derweil um einen
Händler, der es kaum erwarten kann unsere Namen in irgendwas zu schnitzen. Wir
spazieren durch die Stadt die ihre deutschen Einflüsse nicht verbergen kann. Es gibt
Fachwerkhäuser, deutsche Beschriftungen an Häusern, Läden und auf Autos. Verkäufer
sprechen deutsch, selbst die, die man nicht verstehen möchte. Aber die Autos fahren
auf der falschen Seite und es wachsen überall Palmen. Gunther begleitet uns und
gibt uns Tipps beim Handeln mit den Souvenierverkäufern. Eine Himba- Frau
sitzt am Wegesrand um sich für 100 N$ (etwa 10 Euro) fotografieren zu lassen.
Traditionsgemäß waschen sich die Angehörigen dieses Stammens nicht sondern
schmieren sich mit Fett ein, das sie mit rotem Staub aus zermahlenen Steinen
mischen. Ich fotografiere sie nicht. Nicht des Preises wegen sondern weil sie nicht
aus diesem Teil des Landes stammt.









Das Mittagessen nehmen wir in einem Restaurant direkt am Strand ein. Das 350g
Oryx- Steak ist hervorragend und für hiesige Verhältnisse eher klein, wie mir
Gunther versichert. Für mich ist es riesig. Zum ersten Mal in meinem Leben esse
ich Austern. Gegen 15:30 Abflug in Richtung Tivoli. Wir fliegen in Richtung Südost
über den Namib-Naukluft-Nationalpark. Wir sehen Strauße, Antilopen und Zebras.
Weiter geht es über den Gamsberg und das H.E.S.S.- Teleskop. Nach einem
schönen Flug über die, im Licht der sinkenden Sonne, schön beleuchtete Kalahari
landen wir gegen 16:30 auf dem Tivoli Intercontinental Airport, Terminal 5. Köstliches
Lamm zum Abendessen und Astronomie bis 3 Uhr. Mir persönlich fällt es schwer,
den Anblick der Namib aus dem Kopf zu bekommen. Der Anblick des Himmels verblasst
für mich in dieser Nacht dagegen. Wie zum Zeichen der Zustimmung trüben heute ein
paar Wolken den Himmel.




Samstag, 27.06.09

Schöner, fauler Tag bis 15:30. Wir lernen Kirsten kennen, die Frau des Farmers.
Sie wohnt unter der Woche mit den beiden Söhnen Dennis und Damian in Windhoek,
wo die beiden zur Schule gehen. Sie ist ebenso herzlich und freundlich wie ihr Mann.
Wir machen Bilder von uns, Käthe, uns allen zusammen. Dann Abfahrt zum
Sundowner auf die „hauseigene“ Düne, etwa 30 Autominuten entfernt. Wir fahren
auf der Ladefläche des Pickups, ein paar Warzenschweine aufscheuchend. Die Düne
ist etwa 20 m hoch, aus der Luft sahen die viel kleiner aus. Die Dünen sind
bewachsen, weshalb sie nicht wandern. Da sie besonders lange Wasser speichern
findet man hier selbst im Winter frisches Grün. Wie man an den zahlreichen
Tierspuren im Sand erkennt, ein sehr beliebter Ort. Wir stellen unsere Stühle in eine
Reihe, es gibt Bier, Chips, Oliven und Trockenfleisch. Wir sehen der Sonne beim
Untergehen zu, man schwatzt oder zieht sich zurück, jeder wie er will. Sand
wird eingetütet. Wolken im Westen dramatisieren den Sonnenuntergang indem
sie sich orange färben lassen. Und dann der Hammer: für ein paar wenige
Augenblicken färbt die Sonne die Düne blutrot. Ein unvergesslicher Anblick.
Ich bin einen Moment allein im roten Sand auf der höchsten Stelle der Düne, links
und rechts die unendliche Weite der Kalahari. Komme mir vor wie auf dem Dach der Welt.





Im dunkeln geht es zurück zur Farm und auf der Ladefläche wird es empfindlich kalt. Zum
Abendessen gibt es Springbock. Obwohl der Mond recht hell ist und am Horizont Wolken
aufziehen, wird diese Nacht fast so gut wie die erste. Gegen 1 Uhr wird es klar und klirrend
kalt. Mein Star in dieser Nacht: Jupiter am C11 im 9mm Nagler. So habe ich den Jupiter noch
nie gesehen. Knackscharf und detailreich.
Bin völlig durchgefroren um 4 im Bett. Dachte nie, dass man in Afrika so frieren kann.





Sonntag, 28.6.09

Unser letzter Tag ist angebrochen. Langsam beginnen sich die Gedanken wieder mit der Heimat
zu beschäftigen. Wir melden uns bei Kirsten um auszuchecken und staunen, dass wir Geld zurück
bekommen. Sie tauscht unsere verbliebenen Dollar in Euro zurück. Nach dem Abendessen sitzen
wir lange mit Reinhold uns Ansgar zusammen bei einem Wein, wir schwatzen und lachen eine Menge.

Bis Mitternacht verbringen wir die Zeit bei Käthe, dann packen, noch einmal kurz die Augen zu. Um
3 Uhr werden wir von einem klapprigen Bully abgeholt, der Fahrer hat Mühe unser Gepäck
unterzubringen. 120 km/h macht er aber auf der Schotterpiste, es knallt, klappert und zieht an allen
Ecken. Ein Hase überlebt unsere Fahrt zum Flughafen nicht.
Der Rest unserer Reise verläuft planmäßig und ohne Überraschungen. Um 7:45 heben wir ab. Der
größte Teil von Afrika versteckt sich unter Wolken, erst über der Sahara und Lybien lassen sich ein paar
Blicke erhaschen.
Nach einem kurzen Stopp in München landen wir um 21:30 Uhr in Berlin. Müde. Aber voller Erlebnisse
und in dem sicheren Gefühl, nicht zum letzten Mal in Namibia gewesen zu sein. Oder lag das an dem
mauligen Taxifahrer in Berlin?

Die Abreise fiel mir nicht schwer,zu viele Erlebnisse in zu kurzer Zeit, ich war "satt". Doch ich wollte
unbedingt wieder kommen. Nun, mit ein paar Tagen Abstand bin ich sicher, Namibia hat mich nicht
zum letzten Mal gesehen. Neben den Astronomischen Erlebnissen, war es auch sonst eine wunderbare
Reise, wir haben uns prima verstanden und viel gelacht. Das internationale Flair auf der Farm hat mir
sehr gefallen. Das Schönste aber war die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Schreibers die sehr dazu
beigetragen hat, das Land in kurzer Zeit etwas kennen und lieben zu lernen.  Baie Dankie
(Afrikaans für: Vielen Dank) und bis bald.